10/01/2026, 11.47
von StefanoResearch and development
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ChatGPT Ads: LiveRamp ermöglicht First-Party-Data Targeting

LiveRamp erweitert die Partnerschaft mit OpenAI. Werbetreibende können nun eigene Kundendaten via RampID für gezielte ChatGPT Ads nutzen.
ChatGPT Ads: LiveRamp ermöglicht First-Party-Data Targeting
Auf einen Blick
  • LiveRamp integriert seine RampID in die Werbeplattform von ChatGPT.
  • Unternehmen können First-Party-Daten aus CRM- und Loyalitätsprogrammen für das Targeting nutzen.
  • Die Funktion ermöglicht sowohl die gezielte Ansprache als auch den Ausschluss bestimmter Nutzergruppen.
  • Der Start erfolgt zunächst in 11 ausgewählten Märkten, bevor eine globale Ausweitung geplant ist.

Die Landschaft der KI-gestützten Interaktionen wandelt sich rasant von reinen Informationsquellen zu kommerziellen Plattformen. Ein entscheidender Schritt in dieser Entwicklung ist die vertiefte Kooperation zwischen LiveRamp und OpenAI. Während die Partnerschaft im Juni primär auf die Messung von Werbeerfolgen fokussiert war, rückt nun die Aktivierung von Zielgruppen in den Mittelpunkt. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre eigenen Kundendaten direkt in die Werbeumgebung von ChatGPT einbringen können.

Präzises Targeting durch die RampID-Integration

Der Kern dieser Neuerung liegt in der Nutzung der sogenannten RampID. Dabei handelt es sich um einen interoperablen Identifikator, der es ermöglicht, Marketing-Signale über verschiedene Geräte, Kanäle und Plattformen hinweg zu verknüpfen. Durch diese technische Brücke können Marketer ihre First-Party-Daten – also Informationen, die sie direkt von ihren Kunden gesammelt haben – in ChatGPT Ads transformieren. Dies umfasst Daten aus CRM-Systemen, Treueprogrammen, Webseiten-Analysen oder App-Nutzungen.

Die Integration erlaubt es Werbetreibenden, spezifische Zielgruppen zu aktivieren, ohne auf die generischen Targeting-Optionen der Plattform angewiesen zu sein. Wer bereits LiveRamp in seinem Media-Mix einsetzt, kann ChatGPT nun einfach als weiteren Kanal hinzufügen, in dem diese Daten aktiviert werden. Damit rückt die Werbeumgebung von OpenAI funktional näher an die etablierten Ökosysteme von Google und Meta, in denen das Hochladen eigener Kundenlisten längst Standard ist.

Strategische Optionen zwischen Reichweite und Ausschluss

Die Nutzung von First-Party-Daten in ChatGPT Ads eröffnet Unternehmen zwei gegensätzliche, aber gleichermaßen wertvolle Strategien. Einerseits steht die Steigerung der Präzision im Vordergrund. Marken können Bestandskunden mit personalisierten Anzeigen ansprechen oder potenzielle Neukunden erreichen, die ein ähnliches Profil wie ihre besten Käufer aufweisen. Dies erhöht die Relevanz der Anzeige in einem Kontext, in dem Nutzer oft sehr spezifische Fragen stellen und eine hohe Intention zeigen.

Andererseits bietet die Technologie die Möglichkeit der Suppression. Das bedeutet, dass Unternehmen gezielt Personen ausschließen können, die bereits eine bestimmte Aktion ausgeführt haben. Beispielsweise kann ein Produkt, das ein Kunde gerade erst gekauft hat, aus den Anzeigen ausgeblendet werden, um Streuverluste zu vermeiden und die Nutzererfahrung nicht durch redundante Werbung zu stören. Diese Form der Optimierung ist essenziell, um die Effizienz der Werbeausgaben zu steigern.

Alternative Wege zur Zielgruppenbildung in OpenAI

Es ist wichtig festzuhalten, dass die Partnerschaft mit LiveRamp eine zusätzliche Option darstellt, aber keine zwingende Voraussetzung für das Targeting ist. OpenAI bietet über den eigenen Ads Manager weiterhin die Möglichkeit, Custom Audiences direkt zu erstellen. Wer keine externe Plattform wie LiveRamp nutzt, kann Daten manuell hochladen.

Unterstützt werden hierbei CSV- oder TXT-Dateien, die folgende Informationen enthalten können:

  • E-Mail-Adressen in Klartext oder gehashten Versionen.
  • Telefonnummern (ebenfalls in Klartext oder gehasht).
  • Google Advertising IDs.

Diese manuell erstellten Zielgruppen können auf Kampagnenebene ein- oder ausgeschlossen werden. Zudem haben Werbetreibende die Möglichkeit, auf der Ebene der Anzeigengruppen Gebotsmultiplikatoren anzuwenden, um die Sichtbarkeit für besonders wertvolle Segmente zu erhöhen. LiveRamp bietet hier primär den Vorteil eines nahtlosen, automatisierten Datenflusses für Unternehmen, die ihre Identitätsmanagement-Strategie bereits zentralisiert haben.

Die geografische Verteilung der Verfügbarkeit

Trotz der globalen Ambitionen von OpenAI ist der Rollout der LiveRamp-Integration schrittweise gestaltet. Aktuell ist die Funktion in 11 Märkten verfügbar. Dies steht in einem gewissen Kontrast zur allgemeinen Verfügbarkeit von ChatGPT Ads, die laut dem Help Center von OpenAI bereits in 63 Ländern möglich ist. In den verbleibenden 52 Ländern, in denen Anzeigen geschaltet werden können, die LiveRamp-Integration jedoch noch fehlt, müssen Marketer auf die oben genannten manuellen Upload-Methoden zurückgreifen.

LiveRamp hat angekündigt, die Integration kontinuierlich auszuweiten, sobald ChatGPT Ads in weiteren Regionen vollständig implementiert sind. Für globale Marken bedeutet dies eine hybride Strategie: In den 11 unterstützten Märkten erfolgt die Steuerung automatisiert über die RampID, während in anderen Regionen klassische Datenexporte genutzt werden müssen.

Messbarkeit und Optimierung im KI-Kontext

Die aktuelle Erweiterung ist die logische Fortsetzung der im Juni gestarteten Zusammenarbeit, die sich primär auf die Messung konzentrierte. Durch die Kombination aus Messpartner-Status und nun der Zielgruppen-Aktivierung entsteht ein geschlossener Kreislauf. Marketer können nicht nur steuern, wer die Anzeige sieht, sondern auch präziser nachvollziehen, welche Downstream-Konversionen aus der Interaktion mit einer ChatGPT-Anzeige resultieren.

Die Fähigkeit, Werbeexpositionen mit tatsächlichen Verkäufen oder Leads zu verknüpfen, ist in der Welt der generativen KI besonders wertvoll. Da die Nutzerinteraktion in ChatGPT oft dialogorientiert ist, unterscheidet sich der Conversion-Pfad fundamental von klassischen Suchmaschinen. Die Integration von First-Party-Daten hilft dabei, diesen Pfad besser zu verstehen und die Anzeigenstrategie basierend auf realen Kundendaten zu optimieren.

Bedeutung für Unternehmen in Deutschland und der DACH-Region

Für den deutschen Mittelstand und Unternehmen in der DACH-Region bringt diese Entwicklung spezifische Herausforderungen und Chancen mit sich. In einem Markt, der extrem sensibel auf Datenschutz reagiert, ist die Nutzung von First-Party-Daten der einzige nachhaltige Weg, um im KI-Zeitalter wettbewerbsfähig zu bleiben. Da Third-Party-Cookies verschwinden, wird die Hoheit über die eigenen Kundendaten zum strategischen Asset.

Im Kontext des EU AI Act müssen Unternehmen jedoch besonders sorgfältig prüfen, wie die Datenübermittlung an OpenAI erfolgt. Die Nutzung von gehashten Daten und Identifikatoren wie der RampID bietet hier einen gewissen Schutz, doch die Transparenzpflichten gegenüber den Endnutzern bleiben bestehen. Deutsche Unternehmen, die im Rahmen von Industrie 4.0 ihre digitalen Schnittstellen optimieren, könnten ChatGPT Ads nutzen, um hochspezialisierte B2B-Zielgruppen anzusprechen, sofern die Datenqualität im CRM ausreichend hoch ist.

Die Herausforderung für den Mittelstand liegt darin, die oft noch fragmentierten Datensilos aufzubrechen. Nur wer seine CRM-Daten sauber strukturiert hat, kann von Tools wie LiveRamp profitieren. Die Möglichkeit, gezielt Bestandskunden in einem KI-Chatbot anzusprechen, bietet ein enormes Potenzial für das Upselling und die Kundenbindung, sofern die rechtlichen Rahmenbedingungen der DSGVO strikt eingehalten werden. Die Integration zeigt deutlich: KI-Marketing wird in Europa weniger über Massenstreuung und mehr über präzise, datengestützte Individualisierung funktionieren.

Häufige Fragen

Was ist die RampID von LiveRamp?

Die RampID ist ein dauerhafter und interoperabler Identifikator, der es ermöglicht, Kundendaten über verschiedene Plattformen, Geräte und Kanäle hinweg zu verknüpfen, ohne auf Third-Party-Cookies angewiesen zu sein.

Kann ich meine Kundenlisten auch ohne LiveRamp in ChatGPT Ads nutzen?

Ja, OpenAI erlaubt den direkten Upload von Custom Audiences über den Ads Manager mittels CSV- oder TXT-Dateien, die E-Mail-Adressen, Telefonnummern oder Google Advertising IDs enthalten.

In wie vielen Ländern ist die LiveRamp-Integration bereits verfügbar?

Die Integration ist derzeit in 11 Märkten verfügbar, obwohl ChatGPT Ads insgesamt in 63 Ländern geschaltet werden können.

Was bedeutet Suppression im Kontext von ChatGPT Ads?

Suppression ist der gezielte Ausschluss bestimmter Nutzergruppen von einer Werbekampagne, beispielsweise um Kunden, die ein Produkt bereits gekauft haben, keine redundanten Anzeigen mehr zu zeigen.


Quellen: Searchenginejournal, Destinationcrm, Ppc ·

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